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5-Achs-CNC-Fräszeichnung: Block aus Al 7075-T6 mit Taschen, Werkzeugbahn und Bemaßung
Pressverband gegen Klebstoff

Pressdruck aus Übermaß. Oder chemische Bindung. Beides unlösbar.

Um eine zylindrische Verbindung dauerhaft zu fügen, nutzt der Pressverband das Übermaß, das Kleben die chemische Bindung. Beide ergeben unlösbare Verbindungen, doch mit sehr verschiedenen Eigenschaften, Fügebedingungen und Versagensarten.

Fertigungsgerechtes KonstruierenWuxi, ChinaMOQ 1 TeilDFM-Prüfung inklusive

Die Übersicht nebeneinander.

Pressverband (Übermaß)

Die Welle wird etwas größer als die Bohrung ausgeführt. Beim erzwungenen Fügen entsteht radialer Druck, und die Reibung hält das Teil fest. Klebstoff braucht es nicht. Die Verbindung ist dauerhaft, mit Kraft aber wieder zu lösen. Bei Lagern und Wellenkupplungen ist das der Standard.

Kleben (Fügeklebstoff nach Art von Loctite)

Ein anaerober Klebstoff wird in eine Fügestelle mit Spiel eingebracht. Er härtet unter Luftabschluss, füllt den Spalt, trägt strukturell und sichert Schraubverbindungen. Bei etwa 200 °C löst er sich wieder, und er kommt mit unterschiedlichen Spaltmaßen zurecht.

Punkt für Punkt.

MerkmalPressverbandKleben
HaltemechanismusReibung aus dem PressdruckChemische Bindung
Erforderlicher SpaltÜbermaß (0,005–0,05 mm)Mit Spiel (0,05–0,2 mm)
FügekraftHoch (Dornpresse)Keines (Spielpassung)
DemontageErfordert große KraftAuf 200 °C erwärmen (das Organische verbrennt)
Erforderliche OberflächengüteRa 0,8 µm oder besserRa 1,6–3,2 µm genügt
Einsatz bei Temperatur−200 bis +400 °CBis 200 °C (üblich)
Festigkeit (Axiallast)10–50 kN (üblich)5–30 kN (üblich)
Festigkeit (gegen Verdrehen)HervorragendHervorragend
Beanspruchung der BauteileHoch (Ermüdung, Kriechen)Niedrig
Empfindlichkeit gegen VerunreinigungNiedrigHoch (muss sauber sein)
Tempo des FügensSofortHärtungszeit (Minuten bis Stunden)
Typische AnwendungenLager, Zahnräder, WellenSchraubensicherung, Motorenmontage

Wann welches.

Wählen Sie den Pressverband (Übermaß), wenn:

Wählen Sie das Kleben mit Fügeklebstoff, wenn:

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Häufige Fragen

Pressdruck aus Übermaß – Fragen

Wie viel Übermaß braucht ein Pressverband?

Ein leichter Pressverband bringt üblicherweise 0,005 bis 0,015 mm je 10 mm Durchmesser mit. Der normale, H7/p6, 0,015 bis 0,035 mm je 10 mm. Der schwere, H7/u6, 0,035 bis 0,08. Und der Schrumpfsitz 0,05 bis 0,15 mm je 10 mm, wobei das Gehäuse erwärmt werden muss. Zu viel Übermaß sprengt das Gehäuse oder staucht die Welle, zu wenig lässt das Teil unter Last wandern. Auslegen nach ISO 286 oder eigens für die anliegende Last rechnen. Unsere Erfahrung mit Pressverbänden deckt fast alle üblichen Fälle ab.

Wo liegt die Grenze der Klebfestigkeit?

Anaerobe Klebstoffe – Loctite 603 oder 638 als Fügeklebstoffe – erreichen in engen Fügestellen 20 bis 35 MPa Scherfestigkeit und füllen Spalte von 0,05 bis 0,2 mm. Bei größeren Spalten kommen strukturelle Epoxidklebstoffe mit 15 bis 25 MPa zum Zug. Gegenüber einem richtig ausgelegten Pressverband kann der Klebstoff unterliegen. Zudem lässt seine Festigkeit mit der Temperatur nach – die meisten enden bei 150 °C –, ebenso unter Chemikalien und mit den Jahren. Der Pressverband altert nicht.

Wann ist der Pressverband riskant?

Ist das äußere Bauteil dünnwandig, sprengt zu viel Übermaß das Gehäuse. Als Faustregel sollte der Außendurchmesser mindestens doppelt so groß sein wie der Bohrungsdurchmesser. Bei dünnen Wänden nimmt man besser Klebstoff. Dasselbe gilt für hochfeste Keramik oder gehärteten Stahl mit geringer Zähigkeit: Sie reißen unter der Übermaßspannung leicht. Für dünnwandige oder spröde Bauteile also den Klebstoff wählen.

Wie lange härtet der Klebstoff?

Anaerobe Klebstoffe härten unter Luftabschluss: in aktiven Fügestellen aus Metall binnen 5 bis 20 Minuten, auf inaktiven Flächen wie Edelstahl oder galvanischen Schichten in 30 bis 120 Minuten. Handfest ist die Verbindung nach 30 Minuten, voll belastbar nach 24 Stunden. In der Serienmontage bestimmt diese Zeit den Durchsatz; ein Aktivator oder Primer verkürzt sie deutlich. Muss die Baugruppe sofort tragen, sind Pressverband oder mechanische Verbindung die bessere Wahl.

Muss es wieder auseinander?

Einen Pressverband wieder zu lösen verlangt eine Abziehkraft, die der Fügekraft gleichkommt oder sie übersteigt – mit Abzieher oder hydraulischer Presse –, und dabei können die Teile Schaden nehmen. Beim Klebstoff genügt es, die Fügestelle über 200 °C zu erwärmen, damit sich der anaerobe Klebstoff zersetzt; danach lässt sich alles mühelos trennen. Vorzuziehen ist das Kleben, wenn regelmäßig gewartet werden muss, wenn die Teile beim Demontieren unversehrt bleiben sollen und wenn die Instandsetzung vor Ort zählt.

Pressverband und Klebstoff zugleich?

Ja, und es ist gängige Praxis: ein kleines Übermaß, gerade genug, damit das Teil beim Fügen sitzt, dazu Klebstoff zum Sichern. Die Fügekraft sinkt gegenüber dem vollen Pressverband, die Rutschgefahr des reinen Klebstoffs entfällt, und der Spalt nimmt die Toleranzen auf. Üblich ist das im Fahrzeugbau, in der Motorenmontage und bei Präzisionsgeräten. Beim Konstruieren gilt: Der Klebstoff muss den Spalt füllen, und beide Flächen gehören vor dem Fügen sauber.

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